Betrachtet man die Gemälde Jan Dörres, stellt sich Vertrautheit ein, denn Anbindungen an die Tradition und Technik der altmeisterlichen Stillleben, die barock anmutende Lichtregie und die Komposition der Bildräume verführen zu Gelassenheit und Ruhe. Doch der Schein trügt. Den Geschichten der sich anbahnenden großen und kleinen Dramen und paradoxen Szenen kann man sich nicht entziehen. Denn in Jan Dörres Bilderkosmos okkupieren Vögel, Insekten, Reptilien und andere Tiere den häuslichen Lebensraum des Menschen. Sie gehen ihren Instinkten und Lebenszyklen nach, erobern jedoch die gegebenen Ressourcen, entdecken spielerisch für sie Fremdartiges. Ihre Vielzahl lässt darauf schließen, dass sie bereits längere Zeit anwesend sind. Existentielle Bedrohungen sind allgegenwärtig. Scheinbar auch für den Menschen, der abwesend ist. Unterbrochene Mahlzeiten oder eine gewisse “Unaufgeräumtheit“ der Schauplätze, lassen dessen fluchtartiges Verlassen des Ortes erahnen. Jutta Meyer zu Riemsloh
Vita
Jan Dörre (*1967 in Arnstadt) studierte von 1991 bis 1996 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Malerei und Grafik bei Professor Sighard Gille. Anschließend absolvierte er von 1996 bis 1999 das Meisterschülerstudium.
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